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AG Krause

Zwei Themenschwerpunkte stehen im Fokus unserer Forschung:

1. Die Metastasierung des kolorektalen Karzinoms

Die Frage, warum Darmkrebszellen bevorzugt in die Leber metastasieren oder welche Faktoren die Lokalisierung von Tumormetastasen bestimmen, ist Teil eines vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) für drei Jahre geförderten Verbundprojektes zur Systembiologie. Unsere Arbeitsgruppe untersucht in diesem Projekt die Interaktion von Schlüsselsignalwegen in Lebermetastasen und erforscht das Gewebe-Tumor-Mikromilieu. Die erhobenen Daten werden mit Hilfe der Bioinformatik und systembiologischen Ansätzen zusammengeführt und ausgewertet. Die Arbeit soll dazu beitragen, Biomarker für zielgerichtete Therapien zu identifizieren.

Ein zweites Thema untersucht den Einfluss der regenerierenden Leber auf das Wachstum kolorektaler Lebermetastasen. Die Regenerationsprozesse in der Leber, angeregt durch die chirurgische Entfernung der Metastasen, führen zum Wachstum okkulter Tumorzellen und schlummernder Mikrometastasen im verbleibenden Lebergewebe. Das Projekt untersucht deshalb den Einfluss der Regenerationssignale der Leber auf diese Tumorzellen und analysiert molekulare Marker und Signalwege in den Krebszellen. Dazu werden Strategien erarbeitet, die diesem Effekt zukünftig entgegenwirken sollen.

2. Die Bedeutung tumoreigener Typ III Interferone für Tumorwachstum und Tumorimmunogenität

Die große Anzahl somatischer Mutationen in Tumoren ist vermutlich für das unterschiedliche Ansprechen der Patienten auf konventionelle Chemo- und Radiotherapien mitverantwortlich. Zumindest Chemotherapeutika entfalten ihre Wirkung nicht nur durch ihren zytotoxischen Effekt, sondern auch durch eine Aktivierung des Immunsystems. Diese wird durch Interaktionen zwischen absterbenden Tumorzellen und dem Immunsystem ausgelöst, was letztendlich auch zu einer Aktivierung von Interferonen führt, die wiederum das Tumorwachstum beeinflussen. Interferone sind Mediatoren des angeborenen Immunsystems, die im Menschen in unterschiedlichen Genvarianten auftreten und sich gegenseitig beeinflussen können. Inwieweit tumoreigene Typ III Interferone auf das Tumorwachstum einwirken, soll in Zusammenarbeit mit Frau Professorin Sabine Mihm, Klinik für Gastroenterologie und Gastrointestinale Onkologie, Universitätsmedizin Göttingen, in einer präklinischen Studie untersucht werden.

Literatur