Forschung_AG

Themenschwerpunkt Schilddrüsenkarzinom

Ausgewertet wird die retrospektive Langzeitprognose von Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom, die in der UMG seit 2000 operiert wurden. Gesucht wird dabei nach genetischen und epigenetischen Markern der Tumorentstehung, um zukünftig frühzeitig eine zuverlässige Prognose zum Langzeitverlauf abgeben zu können. Ein zu erarbeitendes Fernziel wäre, die Marker an einer Feinnadelbiopsie/Zytologie nachzuweisen und dem Patienten damit eine möglicherweise unnötige Operation zu ersparen.

Themenschwerpunkt Hyperthyreose

In einem retrospektiven Ansatz wird das Kollektiv der an einer Hyperthyreose operierten Patienten auf Indikationen und Komplikationen geprüft. Es sollen folgende Fragestellungen beantwortet werden: Nehmen die medikamentenassoziierten sekundären Ursachen für Hyperthyreose im chirurgischen Kollektiv zu? Ist die Hyperthyreose auch unter Einsatz aller technischen Neuerungen - wie intermittierendem Neuromonitoring und Lupenbrille - weiterhin ein Risikofaktor für Komplikationen?

Die Lebensqualität hyperthyreoter Patienten ist nachweislich beeinträchtigt. In einem prospektiven Ansatz wird eine allgemeine und schilddrüsenspezifische Lebensqualitätsbefragung an hyperthyreoten Patienten durchgeführt werden. Ziel ist es, die einzelnen therapeutischen Verfahren (Operation, Radio-Jod-Therapie, medikamentöse Behandlung) bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu evaluieren.

Themenschwerpunkt Nebenschilddrüse

In Zusammenarbeit mit der AG Image guided surgery soll die intraoperative Darstellbarkeit der Nebenschilddrüsen untersucht werden. Der Hypoparathyreoidimus ist eine typische Komplikation der Schilddrüsenchirurgie. Um die Nebenschilddrüsen während einer Schilddrüsenresektion nicht artifiziell zu entfernen oder in ihrer Durchblutung zu schädigen, können intraoperativ Angiografien mit Indigocyanin Grün oder Methylen Blau zur Beurteilung der Nebenschilddrüsen herangezogen werden. Die klinische Anwendung der einzelnen Methoden wird geprüft.

Weiterhin versuchen wir einen Zusammenhang zwischen der Autofluoreszenz und dem Calcium-sensing Rezeptor zu finden. Der Calcium-sensing Rezeptor steuert den Kalziumspiegel im Blut. Bei Patienten mit sekundärem oder tertiärem Hyperparathyreoidismus ist die Ausbildung dieses Rezeptors an der Zelloberfläche reduziert und macht die Steuerung der Kalziumhomöostase schwierig. Das bedeutet, im Fall einer subtotalen Parathyreoidektomie aufgrund eines sekundären Hyperparathyreoidismus ist die gute Durchblutung des Nebenschilddrüsenrests wichtig, sagt aber nichts über die Funktionalität aus. Die Korrelation zwischen Autofluoreszenz und Calcium-sensing Rezeptor wäre dabei hilfreich.