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Identifikation und Validierung molekularer Biomarker zur Risikostratifizierung und Therapieindividualisierung beim Kolorektalen Karzinom (Dickdarmkrebs)

Der klinische Verlauf von Patienten mit einem kolorektalen Karzinom ist äußerst heterogen. Nach kurativer Therapie entwickeln mehr als 30% der Patienten mit lokal fortgeschrittenen Tumoren innerhalb der ersten zwei Jahre eine potentiell lebenslimitierende Fernmetastasierung. Häufigste Manifestionsorgane für hämatogene Metastasen sind Leber und Lunge.

Von großer klinischer Bedeutung ist daher die frühzeitige und sichere Identifikation jener Patienten, die ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Fernmetastasen aufweisen. Dabei beruhen der unterschiedliche Erkrankungsverlauf und die Tatsache, dass einige Patienten im Verlauf Metastasen entwickeln und andere nach der alleinigen Tumoroperation dauerhaft geheilt sind, auf der unterschiedlichen genetischen Ausstattung der Tumore. Diese kann zwischen einzelnen Dickdarmkarzinomen, auch solchen mit vergleichbaren Tumorstadien, erheblich variieren. Die Tatsache, ob ein Kolorektales Karzinom die Fähigkeit zur Metastasierung hat oder nicht, wird dabei wahrscheinlich schon relativ früh in dessen Entstehungsverlauf und weit vor der eigentlichen Diagnose determiniert.

Unsere Arbeitsgruppe befasst sich mit der Identifikation und Validierung genetischer Marker, sog. „Biomarker“, die mit einem erhöhten Metastasierungspotential des Tumors einhergehen. Meist handelt es sich um Proteine, die auf der Oberfläche oder im Inneren der (Tumor-) Zelle zur Ausprägung kommen und die mit bestimmten Funktionen im Stoffwechsel der Zelle in Zusammenhang stehen. Diese können z. B. das Wachstum und die Zellteilung, die Einleitung des programmierten Zelltodes (Apoptose) oder die Fähigkeit zur Dissemination und zum Einbrechen von Tumorzellen in den Blutstrom betreffen. Das Vorhandensein mancher Proteine kann auf die Fähigkeit des Tumors, sich einer Behandlung mit Strahlen- oder Chemotherapie zu erfolgreich zu entziehen hindeuten. Auch die Aktivität des körpereigenen Immunsystems in und um den Tumor kann Hinweise auf das individuelle Risiko des Patienten, einen Rückfall der Erkrankung oder Fernmetastasen zu erleiden geben. Die daraus resultierende Vielzahl an Informationen wird in einen statistischen „Risiko-Score“ integriert um eine Risikoeinschätzung für den einzelnen Patienten mit dem Ziel einer darauf ausgerichtete Behandlung und Nachsorge zu ermöglichen.

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